Kooperationsvereinbarung und Hintergrundwissen zu Familien mit psychisch erkrankter Eltern

Die Vereinbarung wird dazu beitragen einzelfallübergreifende Kooperationsstrukturen aufzubauen.In der Vereinbarung werden Kooperationsverfahren beschrieben.

Die sich festigenden Kooperationsstrukturen sind eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wirksame Unterstützungsangebote bedarfsgerecht angeboten werden können und kompetente Ansprechpartner/innen sowohl für die Familien als auch für Fachkräfte vorhanden sind.

Mit der Kooperationsvereinbarung  wurde nach intensiver fachlicher Auseinandersetzung der beteiligten Fachkräfte mit der komplexen Bedarfslage von Familien mit psychisch erkrankten Eltern ein verbindlicher Rahmen für die Kooperation der am Hilfenetzwerk beteiligten Institutionen geschaffen, indem Methoden zum Umgang mit betroffenen Familien definiert und vereinbart wurden.
Gleichzeitig dient die Vereinbarung dazu, allen beteiligten Fachkräften hilfreiche Informationen zur Situation der betroffenen Familien sowie zu den Hilfesystemen Jugendhilfe sowie psychiatrischer und gesundheitlicher Versorgung bereit zu stellen.

Durch die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung erkennen die Einrichtungen, Dienste, Träger und Referate der Stadtverwaltung die Kooperationsvereinbarung als fachlichen Standard für ihre Arbeit mit Familien, bei denen mindestens ein Elternteil psychisch erkrankt ist, an.

Die Umsetzung der Vereinbarung wird durch Vertretungen der relevanten Fachbereiche kontinuierlich begleitet werden, sodass notwendige Anpassungen der Vereinbarung oder des vorgesehenen Verfahrens aus der Praxis aufgenommen und umgesetzt werden können.

Wenn Sie sich der Kooperationsvereinbarung anschließen bzw. über die weitere Arbeit des Netzwerks informiert werden möchten, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Die Kooperationsvereinbarung besteht aus zwei Teilen:

Teil 1: Kooperationsvereinbarung

Zunächst wird kurz die Situation im Netzwerk zwischen Jugendhilfe und psychiatrischer Versorgung beschrieben, aus welcher sich der Bedarf für die vorliegende Kooperationsvereinbarung ergibt. Darauf aufbauend werden die Ziele der Vereinbarung erläutert. Es folgt die Beschreibung des Round-Table-Verfahrens, als zentrales Instrument der Vereinbarung. Dieses wurde in München zwischen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und der psychiatrischen Versorgung vereinbart. Im Kapitel „Ergänzende Verfahren“ werden zudem weitere Verfahren benannt, welche
z. B. auch ohne Einwilligung der Eltern angewendet werden können.

Teil 2: Basiswissen zur Kooperationsvereinbarung

Dieser Teil bietet Basisinformationen als hilfreiches Hintergrundwissen für Fachkräfte, die mit Familien mit psychisch erkrankten Eltern arbeiten.Er enthält grundlegende Informationen zur Lebenssituation von Familien mit psychisch erkrankten Eltern, zu psychischen Störungen und deren Auswirkungen, zur Situation der betroffenen Kinder, spezifische Risiko und Resilienzfaktoren (Widerstandsfähigkeit) und zu den Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe mit Schwerpunkten auf den Aspekten Gefährdungseinschätzung und Hilfeangebote.

Außerdem befindet sich in dem Teil eine Übersicht über die für die Zielgruppe Familien mit psychisch erkrankten Eltern wichtigsten Hilfen der psychiatrischen, psychotherapeutischen Versorgung und der Jugendhilfe. Der zweite Teil umfasst auch Materialien wie z. B. Ablaufschemen, Vorlagen z. B. für Protokolle von Round-Table-Gesprächen, sowie das Glossar mit relevanten Gesetzestexten, psychiatrischen Diagnosen und Angeboten aus Jugendhilfe und Sozialpsychiatrie.

Kooperationsvereinbarung Entwurf Nov. 2013